Elisabeth-Stiftung

Historie

1882 Unter dem Protektorat der Großherzogin Elisabeth von Oldenburg, die zur Namensgeberin des Krankenhauses wurde, konstituierte sich in Birkenfeld der “Vaterländische Frauenverein”. Er schloss sich dem gleichnamigen Hauptverein in Berlin an und erhielt als Geschenk ein Grundstück zum Bau eines Krankenhauses sowie eine großzügige Geldspende.

1885 Im Gründungsjahr des Krankenhauses, war Birkenfeld eine Garnisonsstadt mit etwa 3000 Einwohnern. Am 7. Februar wurde das Krankenhaus, ein einstöckiges Haus mit 25 Betten, zur Benutzung freigegeben. Erster ärztlicher Leiter war der Haus- und Distriktsarzt Dr. Flick aus Birkenfeld. Bedürftige Kranke wurden durch den “Suppenverein” täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt.

um 1900 In den folgenden Jahren verbesserte sich die räumliche und technische Ausstattung; ein OP-Saal entstand, der auch den niedergelassenen Ärzten für ambulantes Operieren zur Verfügung stand; ein Isolierhaus zur Behandlung tuberkulosekranker Kinder wurde gebaut. Ein weiterer Krankensaal mit 10 Betten wurde eingerichtet.

1914 Mit Beginn des Ersten Weltkrieges fand das Elisabeth-Krankenhaus als Reservelazarett Verwendung. Nach Kriegsende beschlagnahmten die Besatzungsmächte das Krankenhaus.

ab 1929 Das Birkenfelder Krankenhaus wurde vollständig umgebaut und abermals erweitert.

1930 Walter Bleicker trat als hauptamtlicher Mitarbeiter der Verwaltung ein.

1935/36 Erweiterung der Funktionsräume des Krankenhauses als letztes Engagement des Vaterländischen Frauenvereins. Kurze Zeit später wurde der Vaterländischen Frauenverein von den Nationalsozialisten in das DRK eingegliedert und das Krankenhaus ebenfalls dem DRK zugeordnet.

1938 Gründung der Krankenpflegeschule. Der geordnete Ausbildungsbetrieb begann jedoch erst 1947 mit der Ausbildung von 5 Lernschwestern.

1939 Das Krankenhaus wurde erneut Reservelazarett. Baracken mussten erstellt und Verwundete in Gebäude der Stadt ausgelagert werden, um die zeitweise bis zu 700 Verwundeten gleichzeitig behandeln zu können. Dass diese Aufgabe bewältigt werden konnte, ist nur dem persönlichen Einsatz von Walter Bleicker und Dr. Karl Breitenbruch zu verdanken.

1946 Im Krankenhaus wird eine neue Abteilung für Innere Medizin in Betrieb genommen.

1947 Eine Heilstätte für tuberkulosekranke Kinder mit anfangs 60 Betten wurde errichtet.

1948 Eine Belegabteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen wird im Krankenhaus eingerichtet.

1950 Das Krankenhauskuratorium wurde ins Leben gerufen, das bis zur Bildung eines Verwaltungsrates 1966 wirkte.

1951 Durch das glückliche Zusammenwirken von Denis Favre, dem in Bad Kreuznach residierenden Delegierten des Internationalen Roten Kreuzes, und Walter Bleicker, dem Krankenhausverwalter, konnte am 01.Oktober 1951 die “Versehrtenfachschule” in Betrieb genommen werden, in der 31 junge Kriegsheimkehrer mit erheblichen Verletzungen, oftmals Amputationen, mit einer Umschulung begannen. Als erster Ausbildungsleiter konnte der aus Schlesien stammende akademische Professor A.R. Fischer verpflichtet werden. Als erste Umschulungsberufe wurden Bauzeichner, Maschinenzeichner und Schreiner als behindertengerecht ausgewählt.

1953 Das erste Schwesternwohnheim entstand durch Ankauf und Umbau eines Privathauses.

1955 Das Hochwaldsanatorium wurde gebaut und löste als neue Unterbringungsmöglichkeit die alten Wehrmachtsbaracken ab.
Im Krankenhaus entstand ein neuer Bettentrakt.

1957 Die Technikerausbildung in der Versehrtenfachschule wurde durch das Kultusministerium Rheinland-Pfalz staatlich anerkannt. Da die Unterkünfte wegen der stetig wachsenden Schülerzahl nicht mehr ausreichten, wurden Grundstücke gekauft, auf denen neue Gebäude entstanden. Zu den Kriegsversehrten kamen Erwachsene, die krankheits- oder unfallbedingt ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten, hinzu.

1960/61 Fachschulen für Bau-, Maschinen- und Elektrotechnik wurden angegliedert.
Neue Unterrichtsräume und Schlafräume für die Rehabilitanden wurden eingerichtet, deren Zahl zwischenzeitlich auf 200 angestiegen war.

1966 In diesem Jahr wurde der Gründung der “Elisabeth-Stiftung des Deutschen Roten Kreuzes zu Birkenfeld/Nahe” durch das Deutsche Rote Kreuz zugestimmt und die amtliche Genehmigung erteilt. Erster Verwaltungsratsvorsitzender wurde der DRK-Kreisvorsitzende Dr. Walter Beyer, der das Amt bis 1982 bekleidete. Zum Geschäftsführenden Stiftungsvorstand berief man Walter Bleicker.

1968 Ende der siebziger Jahre wurden wieder größere Umbaumaßnahmen in Angriff genommen. In einem ersten Bauabschnitt errichtete man eine Zentralküche, die neben den Krankenhauspatienten auch die Rehabilitanden des Berufsförderungswerkes versorgte.

1970 Gründung des Förderlehrgangs in Trägerschaft der Elisabeth-Stiftung und des Internationalen Bundes. Start mit 48 Schülern in den Berufsfeldern Metall, Holz und Elektro.

1970-80 Umfangreiche Baumaßnahmen wurden geplant und nach und nach umgesetzt. So wurden z.B. ein zweigeschossiges Küchen- und Mensagebäude, eine Schwimmhalle sowie ein neues Gebäude für die Bautechnik errichtet. Zudem waren neue Wohngebäude erforderlich, da die Zahl der Rahabilitanden auf über 600 gestiegen war.

1978 In diesem Jahr wurde der Lehrbetrieb in der Bildungsstätte für Sozialwesen aufgenommen.

1980 Im zweiten Bauabschnitt fand die Sanierung des Bettentraktes statt, die Anfahrt für Liegendkranke wurde neu gestaltet, Labor und Apotheke umgebaut, OP-Säle und Kreißsäle sowie die Wochenstation renoviert und mit neuester Technologie ausgestattet. Zur Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten in der Inneren Medizin wurde die Abteilung um die Bereiche Endoskopie und Sonografie erweitert.Die Bettenzahl stieg auf 123, davon 50 in der Chirurgie, 50 in der Inneren Medizin, 14 in der Gynäkologie und 9 in der Geburtshilfe.

1987 Anerkennung der Bildungsstätte für Sozialwesen durch den Weltverband der Ergotherapieschulen (WFOT).

1999 Übernahme des Altenheims “Abendfrieden” vom DRK Ortsverein Idar.

2002 Es wurden weitere umfangreiche An- und Umbaumaßnahmen begonnen, die sich in mehreren Bauabschnitten über die nächsten Jahre erstrecken werden. Es wurde ein Erweiterungsbau zur Unterbringung der interdisziplinären Intensivstation und des Aufnahme- bzw. ambulanten Behandlungsbereichs errichtet.
Weitere Umstrukturierungen im Bereich der Chirurgie und der komplette Umbau der gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilung gewährleisten bezüglich des Ambientes und der Ausstattung ein zeitgemäßes Angebot für unsere Patienten und ermöglichen einen effektiveren Arbeitsablauf.

2004 Bezug der Intensivstation und ambulanten Versorgungseinheit im fertiggestellten Anbau des Krankenhauses.
Umzug der Abteilungen Elektrotechnik und Kaufmännische Berufe in das Ausbildungsgebäude IV.